Bürgerdialog 28.04.2026

Wenn die Dorfkneipe schließt – und was Bundespolitik dagegen tun kann

Am 18. April 2026 haben wir als Grüne Bundestagsfraktion im Paul-Löbe-Haus in Berlin unseren Kommunalkongress unter dem Motto „Ob Stadtteil oder Dorf – lebenswert vor Ort“ veranstaltet. Gemeinsam mit meinem Kollegen Niklas Wagener habe ich den Workshop „Wohin, wenn die Dorfkneipe schließt?“ geleitet. Hinter der Frage steckt viel mehr als Nostalgie: Wenn Gasthäuser, Dorfläden oder Bibliotheken schließen, verschwinden mit ihnen soziale Orte, an denen Begegnung, Austausch und gelebte Demokratie stattfinden. Genau diese Orte – in der Fachsprache auch „Dritte Orte“ genannt – stehen im Mittelpunkt meiner kommunalpolitischen Arbeit.

Im Workshop haben wir zunächst Best-Practice-Beispiele aus der Region gehört: Kirsten Voß-Rahe vom Hof Viehbrook und Valentin Hagen von der Initiative „Stetten ist vielfältig“ haben eindrücklich gezeigt, wie lebendige Begegnungsräume entstehen, wenn engagierte Menschen Verantwortung übernehmen und die richtigen Rahmenbedingungen vorfinden. In der anschließenden Diskussion wurde gemeinsam mit den Teilnehmenden deutlich, was es dafür braucht: motivierte Menschen, einen geeigneten Ort, richtige Rahmen- und Förderbedingungen und das Wissen darüber, wie solche Räume gestaltet und getragen werden können. Auch die politische Dimension kam nicht zu kurz, denn das Verschwinden sozialer Orte hinterlässt Lücken, die rechte Parteien wie die AfD gezielt für ihre Zwecke nutzen.

 

Santiago Rodriguez

Santiago Rodriguez

Santiago Rodriguez

Santiago Rodriguez

Santiago Rodriguez

Santiago Rodriguez

Santiago Rodriguez

Im Workshop wurde deutlich, dass wir politische Antworten brauchen, die genau hier ansetzen. Deshalb setze ich mich für den Aufbau eines bundesweiten Netzwerks „Soziale Orte“ ein, das Initiativen und Vorhaben breit unterstützt, Wissen bündelt und den Zugang zu Fördermöglichkeiten erleichtert. Ergänzend dazu spielen Regionalbudgets eine wichtige Rolle, weil sie es Menschen vor Ort ermöglichen, eigenständig Projekte zu entwickeln und umzusetzen, die auf die Bedürfnisse der Orte und Menschen angepasst sind. Entscheidend dabei ist, dass Engagement nicht an bürokratischen Hürden scheitert, sondern gezielt gefördert wird.

Was ich für meine Arbeit im Bundestag mitnehme, ist das lebendige Orte der Begegnung eine zentrale Voraussetzung für funktionierende Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt sind. Der Workshop hat eindrucksvoll gezeigt, wie groß das Engagement vor Ort ist und wie wichtig es ist, dieses politisch zu unterstützen und langfristig zu sichern. Dafür möchte ich mich jetzt und auch zukünftig einsetzen.