Marschbahn: Eine Schlüsselstrecke für die Westküste braucht endlich Zukunft
Die Marschbahn ist eine der wichtigsten Lebensadern Schleswig-Holsteins: Sie verbindet Pendlerinnen und Pendler mit ihren Arbeitsorten, bringt Urlaubsgäste auf die Nordseeinseln und sichert Unternehmen entlang der Küste den Anschluss an zentrale Wirtschaftsräume. Doch trotz ihrer enormen Bedeutung steckt die Strecke in der Vergangenheit fest. Noch immer fehlen die Elektrifizierung sowie der zweigleisige Ausbau auf entscheidenden Abschnitten zwischen Niebüll und Klanxbüll (13 Kilometer) sowie zwischen Morsum und Tinnum (6 Kilometer).
Das Ergebnis: Verspätungen, Engpässe und eine Infrastruktur, die ihrem Potenzial weit hinterherhinkt.
Züge aus dem übrigen Bundesgebiet müssen in Itzehoe von einer E-Lok auf eine Diesellok umgekoppelt werden – ein zeitaufwendiges Verfahren, das zusätzliche Betriebskosten verursacht und die Pünktlichkeit gefährdet. Die Marschbahn ist damit eine der letzten stark ausgelasteten, aber nicht elektrifizierten Hauptstrecken Deutschlands. Eine Situation, die längst hätte beendet sein müssen.
Die vollständige Elektrifizierung wäre ein echter Befreiungsschlag: Moderne Elektrozüge sind leistungsstärker, zuverlässiger und günstiger im Unterhalt. Laut Verkehrsbetreiber NAH.SH ließen sich jährlich rund 15 Millionen Liter Diesel einsparen – und damit 65.000 Tonnen CO₂ vermeiden. Möglich wird dies durch klimaneutralen Schienenverkehr auf Basis regional erzeugten Windstroms. Zudem könnten im Betrieb rund 8 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden.
Und: Mit der Elektrifizierung würde die lang erwartete direkte ICE-Anbindung der Westküste erstmals realistisch. Eine bessere Erreichbarkeit stärkt den Tourismus, bringt wirtschaftliche Dynamik und verbessert die Mobilität der gesamten Region.
Umso alarmierender ist die aktuelle Verzögerung im Bundesverkehrsministerium: Statt bis 2035 rückt ein Ausbau erst 2045 oder später in den Blick – ein Jahrzehnt Planungsunsicherheit für eine Region, die längst auf zuverlässige Mobilität angewiesen ist.
Für eine starke Westküste – jetzt handeln
Als Mitglied der parlamentarischen Gruppe „Marschbahn“ setze ich mich mit voller Kraft dafür ein, dass die Elektrifizierung und der zweigleisige Ausbau nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden. Die Menschen an der Westküste brauchen eine moderne, leistungsfähige und klimafreundliche Bahnverbindung – nicht erst in 20 Jahren, sondern so schnell wie möglich.